VirtualBox und wie man Ubuntu unter Windows 11 installiert (Komplette Anleitung)
VirtualBox ist eine kostenlose Open-Source-Virtualisierungsplattform von Oracle. Sie ermöglicht das Ausführen mehrerer Betriebssysteme – z. B. Linux, Windows oder macOS – auf einem Computer, ohne das Hauptsystem zu verändern. Mit VirtualBox können Sie Software sicher testen, verschiedene Systeme ausprobieren oder separate Umgebungen für Entwicklung und Lernen erstellen.
Was Sie benötigen
- PC mit Windows 11 und Virtualisierungsunterstützung (Intel VT-x oder AMD-V)
- Mindestens 8 GB RAM (empfohlen 16 GB) und 30–40 GB freien Speicherplatz
- Administratorrechte in Windows und Internetzugang
1) Virtualisierung im UEFI/BIOS aktivieren
- Starten Sie den PC neu und öffnen Sie UEFI/BIOS (meist Del, F2, F10, F12 oder Esc beim Logo).
- In den Bereichen Advanced/CPU/Security aktivieren:
- Intel Virtualization Technology (VT-x) oder SVM Mode (AMD-V)
- (Optional) VT-d/IOMMU für erweiterte Gerätefunktionen
- Speichern & beenden, zurück in Windows booten.
Microsoft: Virtualisierung unter Windows aktivieren (Übersicht)
2) Optional: Hyper-V und „Speicherintegrität“
VirtualBox 7 funktioniert auch mit aktivem Hyper-V (Hyper-V, Virtual Machine Platform, WSL2), jedoch mit geringerer Leistung. Für maximale Performance können Sie Hyper-V und Kernelschutz → Speicherintegrität deaktivieren. Umschalten in Windows-Sicherheit → Gerätesicherheit → Kernisolierung, danach Neustart. (Sicherheitskompromiss: bestimmte Schutzmechanismen werden deaktiviert.)
3) Installation von Oracle VM VirtualBox unter Windows 11
- Laden Sie VirtualBox für Windows Hosts von virtualbox.org herunter.
- (Optional) Laden Sie das Extension Pack (USB 2/3, NVMe, RDP etc.) herunter. Version muss zur VirtualBox-Version passen.
- Starten Sie das Installationsprogramm und belassen Sie die Standardkomponenten. Die Installation des Netzwerktreibers kann kurzzeitig das Netzwerk zurücksetzen – das ist normal.
- Installieren Sie das Extension Pack, indem Sie die Datei
.vbox-extpack
öffnen oder über Datei → Werkzeuge → Extension Pack Manager.
4) Ubuntu Desktop (LTS) herunterladen und verifizieren
- Aktuelles LTS-ISO: ubuntu.com/download/desktop.
- Alternative Images/Prüfsummen: releases.ubuntu.com.
ISO-Prüfung (empfohlen):
PowerShell:
certutil -hashfile .\ubuntu-XX.XX.X-desktop-amd64.iso SHA256
Vergleichen Sie mit der SHA256SUMS
-Datei auf der Veröffentlichungsseite.
5) Virtuelle Maschine mit Ubuntu erstellen
- Öffnen Sie VirtualBox → Neu. Name: Ubuntu 24.04 LTS. Typ: Linux, Version: Ubuntu (64-bit).
- Optional deaktivieren Sie „Unattended“, wenn Sie die Installation manuell durchführen möchten.
- Arbeitsspeicher: 4096–8192 MB (abhängig vom Host-RAM).
- Prozessoren: 2–4 vCPUs (2 reichen bei Quad-Core-Host).
- Festplatte: VDI → dynamisch alloziert → 30–40 GB (oder mehr).
- Anzeige: Videospeicher 128 MB; optional 3D-Beschleunigung aktivieren.
- Netzwerk: NAT (Standard). Später ggf. auf Bridge umstellen.
- Speicher: Ubuntu-
.iso
ins virtuelle Laufwerk einlegen.
6) Ubuntu in der VM installieren
- Starten Sie die VM → wählen Sie Install Ubuntu.
- Tastatur-Layout und Installationsart wählen (Normal oder Minimal).
- Optional „Updates während der Installation herunterladen“ aktivieren.
- Festplatteneinstellungen: Erase disk and install Ubuntu (betrifft nur die virtuelle Platte).
- Zeitzone, Name, Benutzer und Passwort festlegen → Install → nach Abschluss Neustart.
7) VirtualBox Guest Additions installieren (bessere Grafik, Zwischenablage, Ordner)
Innerhalb von Ubuntu ausführen:
sudo apt update
sudo apt install -y build-essential dkms linux-headers-$(uname -r)
- Im VM-Fenster: Geräte → Gasterweiterungen einlegen…
- Installationsprogramm starten (Aufforderung) oder manuell:
sudo /media/$USER/VBox_GAs_*/VBoxLinuxAdditions.run
- VM neu starten.
Nützliche Tipps
- Skalierung der Anzeige: Ubuntu Einstellungen → Anzeige.
- Gemeinsame Zwischenablage/Drag-&-Drop: VM Einstellungen → Allgemein → Erweitert → Bidirektional.
- Gemeinsame Ordner: VM Einstellungen → Gemeinsame Ordner → Ordner des Hosts hinzufügen, Auto-mount aktivieren.
Fehlerbehebung
- VERR_NEM_NOT_AVAILABLE / VM startet nicht: Aktiver Windows-Hypervisor. Entweder VirtualBox 7 verwenden (läuft mit Hyper-V, evtl. langsamer) oder Hyper-V/Speicherintegrität deaktivieren und Neustart.
- Keine Bridge-Netzwerkoption: VirtualBox reparieren/neu installieren, um Netzwerktreiber wiederherzustellen.